Page 100 - Holzbaukatalog 2022 Niemberg
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100    ALLGEMEINE INFORMATIONEN





            HOLZSCHUTZ



            Der Holzschutz kann bei den allermeisten Gebäuden allein auf Basis einer guten Konstruktion nachgewiesen wer-
            den. Sehr variantenreich sind die genormten Lösungen in der Gebrauchsklasse 0 nach dem Teil 2 der DIN 68800.
            Die Rohbaukonstruktion bei Wohngebäuden aus Holz bleibt frei von chemischen Holzschutzmaßnahmen von der
                                   1)
            Schwelle bis zur Dachlatte.
            In den Nutzungsklassen 1 und 2 (Holzfeuchte dauerhaft  20 %) ist bei technisch getrockneten Vollholzproduk-
            ten wie BS-Holz kein vorbeugender chemischer Holzschutz gegen Pilze oder Insekten erforderlich. Für höhere
            Holzfeuchten (Nutzungsklasse 3) kann, abhängig von der Gebrauchsklasse nach DIN 68800-1: 2011, auf natürlich
            dauerhafte Farbkernhölzer zurückgegriffen werden. Kiefernkernholz kann bis zur Gebrauchsklasse 3.1 eingesetzt
            werden. 2)

            Nutzungsklassen
            nach DIN EN 1995-1-1. Die Nutzungsklassen stellen die klimatischen Verhältnisse eines Holzbauteils in seiner Um-
            gebung während seiner Lebensdauer dar. 3)


             NKL              Ausgleichsfeuchte des Holzes  Umgebungsklima       Beispiel
                                                     20 °C und 65 % rel.-Lf. die nur für einige   allseitig geschlossenen Gebäude und
             1                5 % – 15 %
                                                     Wochen pro Jahr über schritten wird  beheizte Gebäude
                                                     20 °C und 85 % rel.-Lf. die nur für einige
             2                10 % – 20 %                                        überdachte offene Bauwerke*
                                                     Wochen pro Jahr über schritten wird
                                                     Klimabedingungen, die zu höheren Holz-
             3                12 % – 24 %                                        frei der Witterung ausgesetzte Bauteile
                                                     feuchte führen als NKL 2
            * In Ausnahmefällen auch NKL 3 möglich


            Dauerhaftigkeitsklassen
            nach DIN EN 350-2 meint die Klassifikation der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen Holz zerstörende Pilze. 4)

             Dauerhaftigkeitsklasse                  Beschreibung                Beispiel
             1                                       sehr dauerhaft              Teak, lpé, Afzelia
             2                                       dauerhaft                   Azobe (Bongossi)
             2 – 3                                   mäßig dauerhaft             Eiche
             2 – 3                                   mäßig dauerhaft             Lärche, Douglasie
             4                                       wenig dauerhaft             Tanne, Fichte, Kiefer
             5                                       nicht dauerhaft             Buche, Ahorn





















            1)   Meyer. Holger: Seminarunterlage zum Thema Holzschutz - DIN 68800 (2013). S. 2
            2)   Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V.: Holzschutz (2016). brettschichtholz.de
            3)   Vgl. Meyer, Holger: Seminarunterlage zum Thema Holzschutz- DIN 68800 (2013), S. 22
            4)   Ebd. S. 20
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